Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen verjagt Corona-Frust

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen
© Heiko Franz/Tapete (dpa)

Gschichterln aus dem Park Café

Hamburg/Berlin (dpa) - Die Corona-Zeit war für diese Band vermutlich besonders hart. Denn das Konzert im verschwitzten Club, die Ausgelassenheit eines euphorisierten Publikums, das Bierchen nach dem Gig - davon lebt Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen (DLDGG).

Mit ihrem neuen Album «Gschichterln aus dem Park Café» steht die aus fünf festen Mitgliedern bestehende Truppe nun für die Phase der postpandemischen Lockerung bereit.

Diese Stücke werden bei künftigen Auftritten mächtig zünden, soviel steht fest. Der pfiffig-ironische Wortwitz der deutschen Texte bereitet ebenso Vorfreude wie die mitreißende Musik zwischen Soul und Ska. «Die Liga» aus Hamburg/Berlin macht ihrem Ruf als deutsche Version der britischen Pop-Legenden Madness wieder mal alle Ehre.

Da die Band mit dem Multiinstrumentalisten Gunther Buskies zugleich den Inhaber des Plattenlabels Tapete in den eigenen Reihen hat, kann sie seit fast zehn Jahren ohne Druck ihren tanzbaren Gute-Laune-Sound pflegen.

Gleich das erste Lied zeigt, wie wohl sich DLDGG in ihrem Kumpel-Biotop fühlen: «Yo, Zwanie!» richtet sich an den Hamburger Musiker-Freund Zwanie Jonson (mit bürgerlichem Namen Christoph Kähler), der für Fettes Brot, die Fantastischen Vier oder auch DLDGG Schlagzeug spielte, ehe er seine eigenen Popsongs veröffentlichte (übrigens Anfang August auch wieder auf einem neuen Soloalbum).

Nach Tapete-Einschätzung frönen die Liga-Herren um Bassist Tim Jürgens und Gitarrist Carsten Friedrichs auf ihrem sechsten Studioalbum der «hedonistischen Dekadenz» - mit «11 Songs in DLDGG-Dur», also fast ausschließlich positiven Themen. Da heißen die Songs dann eben «Es ist nett, nett zu sein», «Männer mit schönen Haaren», «Ferien für immer» oder «Cheer up (You're On Holidays)».

Einzig «Rebekka will ihr Rad zurück» habe das Konzept einer «richtig schönen, optimistischen Balla-Balla-Platte» gesprengt, heißt es. Aber natürlich geht selbst dieses Stück direkt in die Beine. Ja, diese «Gschichterln aus dem Park Café» - benannt nach einem Treffpunkt in Hamburg-Altona - verjagen den Corona-Frust und machen Lust auf die «neue Normalität».

© dpa-infocom, dpa:210714-99-375635/3

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