
"Farbe - Licht - Energie": Ausstellung über Rupprecht Geiger
Das Emil Schumacher Museum in Hagen würdigt den Maler Rupprecht Geiger vom 8. Februar bis zum 7. Juni 2026 in Kooperation mit dem Archiv Geiger, München, mit einer großen Einzelausstellung, die rund 70 Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers umfasst.
Veröffentlicht: Donnerstag, 05.02.2026 20:20
Die Farbe im Fokus
Mit dieser umfangreichen Werkschau Rupprecht Geigers widmet sich das Emil Schumacher Museum einem der bedeutendsten Vertreter der Farbfeldmalerei in Europa und schafft eine so noch nie gezeigte indirekte Begegnung der beiden befreundeten Künstler Geiger und Schumacher. Zwei Maler, zwei Wege der nichtgegenständlichen Kunst nach 1945, die beinahe wie gegensätzliche Pole erscheinen: auf der einen Seite das expressive Gestische, auf der anderen die Klarheit der reinen Farbe. Doch auch die Ähnlichkeiten der Künstler kommen in der Ausstellung raus. Die beiden waren tatsächlich Freunde, schenkten sich gegenseitig eigene Werke, von denen auch welche in der Ausstellung zu sehen sind. Die Enkelin des Künstlers und seit 2010 Leiterin des Archiv Geiger, Julia Geiger, ergänzt: „Es ist spannend, die Werke meines Großvaters an diesem Ort zu sehen. Geiger und Schumacher haben sich gegenseitig sehr geschätzt und sogar Werke getauscht. Mit dieser Ausstellung im Emil Schumacher Museum bringen wir die Künstler näher zusammen und lenken den Blick auf die Vielfalt der gegenstandslosen Kunst des 20. Jahrhunderts.“
Pionier der Kunstgeschichte
Als Mitbegründer der Gruppe ZEN 49 und Hauptvertreter der gegenstandslosen Kunst steht er im Zentrum der Kunstszene Westdeutschlands nach 1945. Um die Farbe in seiner Stärke auszukristallisieren, benutzt Geiger Techniken und Formate, die seiner Zeit weit voraus sind. Zum einen benutzt er chemische Pigmente, sogenannte Tagesleuchtpigmente, außerdem macht er Gebrauch von "Shaped Canvases" (also nicht rechteckigen Leinwänden) schon 15 Jahre bevor es in Amerika zum Trend wird. Um die Vielseitigkeit und Entwicklung im Werk Rupprecht Geigers sichtbar zu machen, werden in der Ausstellung Werke aus allen Schaffensphasen gezeigt: dem Frühwerk entstammende Landschaften und Stillleben aus Tagebüchern sowie frühe Gouachen, die farbenprächtige Landschaften und mediterrane Stadtansichten zeigen. Selten ausgestellte Grafit-Zeichnungen und die charakteristischen strahlenden Farbmodulationen laden geradezu ein, in Geigers Werk einzutauchen und mit ihnen in leuchtender Farbe zu schwelgen.
„Rot ist Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft. Rot macht high.“
Rupprecht Geiger, 1975
