
Digitalgipfel
Berlin (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat beim Digitalgipfel der Bundesregierung gefordert, dass die Entwicklung Künstlicher Intelligenz sich konsequent an menschlichen Werten orientieren muss. Angesichts der rasanten technologischen Fortschritte betonte Merz, dass der Mensch und seine Würde im Zentrum der politischen Bemühungen bleiben müssten.
Merz räumte ein, dass die hohe Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung die Politik vor enorme Herausforderungen stelle. Während Institutionen oft behäbig wirkten, sei dies kein Zeichen von Handlungsunfähigkeit, sondern Ausdruck eines bewussten Prozesses, bei dem menschliche Bedürfnisse und gesellschaftliche Grundkonstanten den Takt vorgäben. «Der Takt unserer Institutionen ist auch deshalb der Takt des menschlichen Lebens», so der Kanzler.
«Gestaltung der KI: sicher, souverän, wettbewerbsfähig»
Unter dem Motto des Gipfeltreffens - «Shaping AI: safe, sovereign, competitive» - forderte Merz eine stärkere digitale Souveränität für Deutschland und Europa. Er kündigte eine Doppelstrategie an: Kurzfristig solle die Entwicklung industriell nutzbarer KI-Modelle gefördert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern. Parallel dazu werde die Forschung an KI-Modellen der Zukunft, etwa im Bereich der physischen KI, vorangetrieben. Ziel sei es, technologische Abhängigkeiten zu reduzieren, ohne dabei in Autarkie zu verfallen.
Dabei setzt Merz auf internationale Kooperation, etwa mit Frankreich und Kanada, um Wissen zu teilen und Lieferketten zu diversifizieren. Er verwies zudem auf das enorme wirtschaftliche Potenzial für den Standort Deutschland, insbesondere im Maschinenbau und der Elektronikindustrie. Die KI-Task Force der Bundesregierung habe zudem ihren ersten Bericht vorgelegt, der als Grundlage für das Zielbild einer «KI-Nation 2030» dienen soll.
Anlehnung an Papst Leo XIV
In seiner Rede unterstrich Merz die gesellschaftliche Dimension der Debatte. In Anlehnung an ein Zitat von Papst Leo XIV. warnte er davor, KI-Systemen unkritisch zu viel Verantwortung zu übertragen. Es sei eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die Regeln für den digitalen Wandel selbst zu setzen und die technologischen Grundlagen der Freiheit zu sichern.