Woher kommt das Hagener Trinkwasser?

Wo kommt unser Trinkwasser her? Wo fließt es hin, wenn wir es verbraucht haben? Und wie wird Abwasser wieder sauber gemacht? Wir gehen diesen Fragen in dieser Woche auf den Grund. Denn Freitag (22.03.24) ist Tag des Wassers.

© Felix Tusche / Radio Hagen

Wo kommt das Hagener Wasser her?

Wenn in Hagen ein Wasserhahn aufgedreht wird, kommt das Trinkwasser in der Regel aus dem Wasserwerk am Hengsteysee. Hier werden 80% des Trinkwassers produziert. Der Rest kommt aus dem deutlich kleineren Wasserwerk an der Hasper Talsperre. Das Trinkwasser beider Wasserwerke hat eine hervorragende Qualität. Es kann bedenkenlos getrunken werden. Aber wie wird das (zugegebenermaßen doch etwas siffige) Hengsteysee-Wasser zu sauberem Trinkwasser? Wir haben im Wasserwerk an der Seestraße vorbeigeschaut.

Vorfiltration mit Sand

Das Hengsteysee-Wasser kommt durch eine Rohrleitung ins Wasserwerk. Sie startet unter dem Stauwehr, führt unter der Autobahn 1 entlang und mündet in einem alten Gebäude am Rand des Geländes. Hier wird das Seewasser zum ersten Mal gefiltert. Es sickert durch eine Sand-Kies-Schicht. Im Anschluss ist es schon deutlich sauberer als zuvor.

Hier wird das Wasser zum ersten Mal gefiltert. Links und rechts im Bild befinden sich die Filterbecken. An den Seiten des Durchgangs sind noch alte Steuerungspulte zu sehen, die mittlerweile nicht mehr benötigt werden. Die Anlage wird zentral gesteuert. © Felix Tusche / Radio Hagen
Hier wird das Wasser zum ersten Mal gefiltert. Links und rechts im Bild befinden sich die Filterbecken. An den Seiten des Durchgangs sind noch alte Steuerungspulte zu sehen, die mittlerweile nicht mehr benötigt werden. Die Anlage wird zentral gesteuert.
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Versickerung ins Grundwasser

Das vorgeneigte Wasser kommt im Anschluss in große Betonbecken, die jeweils größer als ein Fußballfeld sind. Am Boden der Becken befindet sich erneut eine Sandschicht. Durch sie sickert das Wasser in eine tiefergelegene Bodenschicht: den sogenannten Ruhrschotter. Durch das Durchsickern wird das Hengsteysee-Wasser erneut gereinigt.

Bei unserem Besuch sind wir in ein leeres Betonbecken gestiegen. Die filternde Sandschicht ist im oberen Teil verdreckt. Wenige Zentimeter darunter ist der Sand aber sauber. Das zeigt wie effektiv die Filtration mit Hilfe von Sand ist.© Felix Tusche / Radio Hagen
Bei unserem Besuch sind wir in ein leeres Betonbecken gestiegen. Die filternde Sandschicht ist im oberen Teil verdreckt. Wenige Zentimeter darunter ist der Sand aber sauber. Das zeigt wie effektiv die Filtration mit Hilfe von Sand ist.
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Zahlreiche Brunnen im Einsatz

Sobald das Wasser im Ruhrschotter angekommen ist, ist es quasi Grundwasser. Der Spiegel wird durch diese Methode der Trinkwassergewinnung also künstlich angehoben. Im nächsten Schritt pumpen zahlreiche Brunnen auf dem Gelände des Wasserwerkes das vorgereinigte Wasser mit Hilfe von Unterdruck wieder nach oben. Zu diesem Zeitpunkt ist es schon so sauber, dass es bedenkenlos getrunken werden könnte.

In diesen unterirdischen Räumen werden die einzelnen Brunnen mit Unterdruck versorgt und angezapft. Das Wasser wird gesammelt und zur letzten Filterstation weitergeleitet.© Felix Tusche / Radio Hagen
In diesen unterirdischen Räumen werden die einzelnen Brunnen mit Unterdruck versorgt und angezapft. Das Wasser wird gesammelt und zur letzten Filterstation weitergeleitet.
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Hightech im letzten Schritt

Bevor das Wasser aber bei uns aus dem Hahn kommt, durchläuft es noch eine letzte (aber umfangreiche) Filtrationsstufe. In einem neuen Gebäude wird es unter anderem mit Hilfe von Aktivkohle und UV-Strahlung erneut gesäubert. In diesem letzten Schritt können fast alle verbliebenen Reststoffe aus dem Trinkwasser entfernt werden. Die Filteranlage ist auf dem neusten Stand der Technik. Sie garantiert, dass unser Hagener Trinkwasser auch in Zukunft allen Richtlinien und Vorgaben entspricht.

Mit Aktivkohle, Ultrafiltration und UV-Strahlen können auch die letzten Mikroorganismen und Medizinreste aus dem Wasser gefiltert werden. © Felix Tusche / Radio Hagen
Mit Aktivkohle, Ultrafiltration und UV-Strahlen können auch die letzten Mikroorganismen und Medizinreste aus dem Wasser gefiltert werden.
© Felix Tusche / Radio Hagen

Der Weg zum Wasserhahn

Jetzt muss das fertige Trinkwasser nur noch in die einzelnen Haushalte transportiert werden. Für diese Aufgabe gibt es im Wasserwerk extrem leistungsfähige Pumpen. Sie befördern das Trinkwasser in den Hochbehälter Loxbaum an der Fleyer Straße. Von hier fließt das Wasser mit Hilfe der Schwerkraft in die Wasserhähne der weiter unten liegenden Stadtteile. Um auch höher liegende Stadtteile zu erreichen, gibt es z.B. auf Haßley einen weiteren Hochbehälter. Das Wasser wird also vom Hochbehälter Loxbaum zum Teil noch weitergepumpt.

Die leistungsstarken Pumpen befördern das fertige Trinkwasser in den Hochbehälter Loxbaum an der Fleyer Straße. Von dort aus wird es in weitere Hochbehälter gepumpt oder fließt mit Hilfe der Schwerkraft in die Wasserhähne der weiter unten liegenden Stadtteile.© Felix Tusche / Radio Hagen
Die leistungsstarken Pumpen befördern das fertige Trinkwasser in den Hochbehälter Loxbaum an der Fleyer Straße. Von dort aus wird es in weitere Hochbehälter gepumpt oder fließt mit Hilfe der Schwerkraft in die Wasserhähne der weiter unten liegenden Stadtteile.
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Überwachung rund um die Uhr

Um sicherzustellen, dass das Hagener Trinkwasser überall in der Stadt die gleiche gute Qualität hat gibt es im Wasserwerk ein eigenes Labor. Hier werden mehrmals am Tag Proben aus dem ganzen Trinkwassernetz analysiert. Die Proben werden an 365 Tagen im Jahr entnommen.

Eine Laborantin der Mark-E analysiert eine Wasserprobe. Sie wird unter anderem auf ihren PH-Wert, die Klarheit und Krankheitserreger untersucht.© Felix Tusche / Radio Hagen
Eine Laborantin der Mark-E analysiert eine Wasserprobe. Sie wird unter anderem auf ihren PH-Wert, die Klarheit und Krankheitserreger untersucht.
© Felix Tusche / Radio Hagen

Radiobeitrag zum Nachhören

Wasserwerks-Leiter Roland Rüther hat unseren Reporter Felix Tusche mehrere Stunden durch das Werk am Hengsteysee geführt. Dabei sind nicht nur die Fotos in diesem Artikel, sondern auch eine Radioreportage entstanden. Ihr könnt sie unten nachhören und wenn ihr wollt auch herunterladen.

© Radio Hagen

Alle Fotos aus dem Wasserwerk Hengstey

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